In seinem Spätwerk Derrick rekontextualisiert und verdichtet Herbert Reinecker Oswald Spenglers kulturmorphologische Diagnose des Untergangs des Abendlandes zu einem massenmedialen Kammerspiel der Spätzivilisation. Er nutzt das Genre des Fernsehkrimis als eine Form der philosophischen Mimikry, um innerhalb der bundesrepublikanischen Spätmoderne eine fundamentale Zivilisationskritik zu artikulieren. Die sterile Weltstadt-Architektur Münchens dient dabei als Kulisse für eine Gesellschaft, die im Sinne Spenglers ihre metaphysische Verwurzelung verloren hat und in einem geistigen Nihilismus erstarrt ist. Die Kriminalfälle werden nicht als soziale Fehlentwicklungen, sondern als symptomatische Belege für das innerliche Erlöschen in einem rein formlosen Zivilisationsstadium inszeniert. Derrick agiert hierbei als der typisch spenglerianische Soldat auf verlorenem Posten, der den morphologischen Verfall nicht aufhalten, sondern nur noch mit der von Ernst Jünger geprägten Haltung des heroischen Realismus diagnostizieren kann.

― Ralph Moneke

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Irgendwann hört man auf die Jahre zu zählen, weil man keine Beziehung mehr dazu hat.

— Robby Proske

Derrick, Mädchen im Mondlicht;
inszeniert von Jürgen Goslar, 1996

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Die wenigsten Menschen [...] finden ihren Halt in sich selbst. Sie suchen ihn ständig woanders und dann finden sie ihn irgendwo. Bei einem Menschen an den sie glauben.

— Stephan Derrick

Derrick, Das Mädchen in Jeans;
inszeniert von Theodor Grädler, 1984

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Horst Tappert | Hans Korte

Derrick, Gangster haben andere Spielregeln;
inszeniert von Hans Vohrer, 1984

Meine Frau und ich leben ganz offenbar in verschiedenen Welten. Aber das ist ja nicht unbedingt was Seltenes. [Und in was für einer Welt lebt Ihre Frau? — Stephan Derrick] Weiß der Teufel. In der Welt meiner Frau kenne ich mich nicht aus.

— Prof. Balthaus

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Horst Tappert | Fritz Wepper

Derrick, Dr. Römer und der Mann des Jahres;
inszeniert von Theodor Grädler, 1983

Na, was fragst Du warum? Wir haben es hier mit Geisteskranken zu tun.

— Stephan Derrick

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Horst Tappert | Ernst Schröder

Derrick, Dr. Römer und der Mann des Jahres;
inszeniert von Theodor Grädler, 1983

Wissen Sie, was die Krankheit dieser Menschen ist? Aller Menschen. Ratlosigkeit.

— Prof. Rotheim

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Heinz Bennent

Derrick, Geheimnisse einer Nacht; inszeniert von Alfred Vohrer, 1983

Sie liebte ihn nicht mehr. So entging sie der Zerstörung. Wenn man liebt, ist man anfällig und der Zerstörung durch den anderen ausgesetzt.

— Gustav Vrings

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Horst Tappert | Hannes Messemer

Derrick, Die Entscheidung; inszeniert von Theodor Grädler, 1980

Ich habe Stunden davor verbracht. [...] Es war für mich wie ein Loch in der Wand, durch das ich hindurch schauen konnte. Ins Freie.

— Ulrich Hauff

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Werner Schulenberg ist Adi Dong;
Reutterstr. 99, München-Laim

Derrick, Die Puppe; inszeniert von Theodor Grädler, 1979

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kunstbetrieb.
real is rare.



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