Der zivilisierte Mensch, der intellektuelle Nomade der Weltstädte, hat kein Schicksal mehr. Er hat nur noch Probleme. Er lebt nicht mehr in einer Geschichte, die ein Sinn ist, sondern in einer Natur, die ein Gesetz ist. [...] Inmitten dieser formlosen Masse aber gibt es den Einzelnen, der noch die Gabe hat, die Welt als Gestalt zu sehen. Er ist der einsame Zuschauer eines Schauspiels, das für die anderen gar nicht existiert.

― Oswald Spengler

sqq. *

Es kommt darauf an, dass man ein Schicksal hat, nicht dass man ein Schicksal ist.

― Oswald Spengler

sqq. *

Optimismus ist Feigheit.

― Oswald Spengler

sqq. *

Nur wenige bewahren die Form in der Formlosigkeit.

― Oswald Spengler

sqq. *

Es ist selten, dass ein Mensch weiß, was er eigentlich glaubt.

― Oswald Spengler

sqq. *

Natur ist die Gestalt, in welcher der Mensch der hohen Kulturen die unmittelbaren Eindrücke seiner Sinne ordnet und beurteilt. Geschichte ist das Bild, mittels dessen seine Phantasie das lebendige Dasein der Welt in Bezug auf sein eignes Leben zu verstehen sucht, das er damit erst zu einer vertieften Wirklichkeit erhebt.

― Oswald Spengler

sqq. *

Für uns aber, die ein Schicksal in diese Kultur und diesen Augenblick ihres Werdens gestellt hat, in welchem das Geld seine letzten Siege feiert und sein Erbe, der Cäsarismus, leise und unaufhaltsam naht, ist damit in einem eng umschriebenen Kreise die Richtung des Wollens und Müssens gegeben, ohne das es sich nicht zu leben lohnt. Wir haben nicht die Freiheit, dies oder jenes zu erreichen, aber die, das Notwendige zu tun oder nichts. Und eine Aufgabe, welche die Notwendigkeit der Geschichte gestellt hat, wird gelöst, mit dem einzelnen oder gegen ihn. Ducunt fata volentem, nolentem trahunt.

― Oswald Spengler

sqq. *

Wir glauben nicht mehr an die Macht der Vernunft über das Leben. Wir fühlen, dass das Leben die Vernunft beherrscht. Menschenkenntnis ist uns wichtiger als abstrakte und allgemeine Ideale; aus Optimisten sind wir Skeptiker geworden: Nicht was kommen sollte, sondern was kommen wird, geht uns an; und Herr der Tatsachen bleiben ist uns wichtiger als Sklave von Idealen werden.

― Oswald Spengler

sqq. *

Wir sind in diese Zeit geboren und müssen tapfer den Weg zu Ende gehen, der uns zugemessen ist. Es gibt keinen anderen. Auf dem verlorenen Posten auszuharren, ohne Hoffnung, ohne Rettung, das ist Pflicht. Ausharren wie jener römische Soldat, dessen Gebeine man vor einer Tür in Pompeji gefunden hat, der starb, weil man beim Ausbruch des Vesuv vergessen hatte, ihn abzulösen. Das ist Größe, das heißt Rasse haben. Dieses ehrliche Ende ist das einzige, was man dem Menschen nicht nehmen kann.

― Oswald Spengler

sqq. *


kunstbetrieb.
mono no aware.



weebly reliable statistics