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In seinem Spätwerk Derrick rekontextualisiert und verdichtet Herbert Reinecker Oswald Spenglers kulturmorphologische Diagnose des Untergangs des Abendlandes zu einem massenmedialen Kammerspiel der Spätzivilisation. Er nutzt das Genre des Fernsehkrimis als eine Form der philosophischen Mimikry, um innerhalb der bundesrepublikanischen Spätmoderne eine fundamentale Zivilisationskritik zu artikulieren. Die sterile Weltstadt-Architektur Münchens dient dabei als Kulisse für eine Gesellschaft, die im Sinne Spenglers ihre metaphysische Verwurzelung verloren hat und in einem geistigen Nihilismus erstarrt ist. Die Kriminalfälle werden nicht als soziale Fehlentwicklungen, sondern als symptomatische Belege für das innerliche Erlöschen in einem rein formlosen Zivilisationsstadium inszeniert. Derrick agiert hierbei als der typisch spenglerianische Soldat auf verlorenem Posten, der den morphologischen Verfall nicht aufhalten, sondern nur noch mit der von Ernst Jünger geprägten Haltung des heroischen Realismus diagnostizieren kann.
― Ralph Moneke
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Perfect Days; dir. by Wim Wenders, 2023
The world is made up of many worlds,
some are connected, and some are not.
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Fünfzig verweht.
Ich kann nicht mehr anders. Nicht mehr raus aus meiner Bahn. Zu wenig Fliehkraft? Einmal auf der Bahn, dreht man seine Runden ohne eigenen Antrieb. Aber man kann sie nicht mehr verlassen.
— Kaskade rückwärts; inszeniert von Iris Gusner, 1984
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Familienausflug.
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Jedes unserer Rendezvous, nicht viele, feierten wir wie eine Epiphanie, allein auf der ganzen Welt.
— Arseny Tarkovsky
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Kurzum, alle Prämissen eines fatalen ›Untergangs‹ sind gegeben. So unrecht hatte Oswald Spengler wohl nicht.
— Peter Scholl-Latour
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Oskar Werner im Café Eiles, Wien; ph. von Michael Horowitz, 1983
Die Ästhetik des Ausharrens gegen die Zeit. Selbstbewahrung um den Preis der Selbstzerstörung als letzte Erfüllung des eigenen Schicksals. Die Physiognomie eines Untergehenden, der der kommenden Zivilisation die letzte, unantastbare Form seiner Kultur entgegenstellt.
― Ralph Moneke
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Der zivilisierte Mensch, der intellektuelle Nomade der Weltstädte, hat kein Schicksal mehr. Er hat nur noch Probleme. Er lebt nicht mehr in einer Geschichte, die ein Sinn ist, sondern in einer Natur, die ein Gesetz ist. [...] Inmitten dieser formlosen Masse aber gibt es den Einzelnen, der noch die Gabe hat, die Welt als Gestalt zu sehen. Er ist der einsame Zuschauer eines Schauspiels, das für die anderen gar nicht existiert.
― Oswald Spengler
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Jeder Punkt der Zeit ist ein Schnittpunkt der Horizontalen mit der Vertikalen. Wer sich auf die Vertikale besinnt, tritt aus der Kausalität aus und in das Schicksal ein. Dort erst trifft er auf die eigentlichen Gefährten, die über die Jahrhunderte hinweg dieselbe Wacht halten.
― Ernst Jünger
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I dislike interaction. The less I say the better I feel. I was naturally a loner. I didn't want conversation, or to go anywhere. I didn't understand other people who wanted to share their emotions.
— Charles Bukowski
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Es kommt darauf an, dass man ein Schicksal hat, nicht dass man ein Schicksal ist.
― Oswald Spengler
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Hört auf zu denken, fangt an zu fühlen ― aber fühlt gefälligst radikal!
— Christoph Schlingensief
Erich von Däniken
* 14.04.1935 - † 10.01.2026
Es sind die Fantasten,
die die Welt verändern,
nicht die Erbsenzähler.
Jahreswechsel.
Ich bin treu gegen meine Erinnerungen; ich bin niemals treu gegen die Menschen.
― Lou Andreas-Salomé